Gervasius & Protasius 2014 - 850 Jahre Schutz & Segen

II.

Wie wurden die Heiligen Gervasius und Protasius Märtyrer?

 

Märtyrer sind Menschen, die bereit sind, für ihren Glauben zu leiden und sogar einen gewaltsamen Tod zu erdulden. Gervasius und Protasius werden als die ersten Märtyrer Mailands verehrt. Über ihr Leben und Sterben gibt es nur legendäre Überlieferungen.

Gervasius und Protasius waren die Zwillingssöhne des Vitalis und der Valeria. Sie wurden um 60 n. Chr. unter Kaiser Nero in Rom gefangen genommen und nach Mailand gebracht. Dort wollte sie Graf Astasius zwingen, seinen Göttern zu opfern. Als sie sich weigerten und ihm ihren unerschütterlichen Glauben an Christus bezeugten, ließ der Graf sie hinrichten: Gervasius wurde mit Bleigeißeln zu Tode gepeitscht; Protasius wurde enthauptet. Nach der Legende hat sie ein Anhänger bestattet, der ihre Geschichte als Beigabe ins Grab legte.

Auf einen Traum hin fand der Mailänder Bischof Ambrosius die Gebeine und ließ sie 386 unter dem Altar der von ihm erbauten Kirche beisetzen, die später nach ihm nach benannt wurde. Bei der Übertragung der Gebeine wurde einem Blinden das Augenlicht wiedergeschenkt. Dieses Wunder bestätigt auch der Kirchenvater Augustinus in seiner Schrift Confessiones.

Ambrosius wurde nach seinem Tod an der Seite der beiden Märtyrer begraben. Ihre sterblichen Überreste wurden in der Krypta von San Ambrogio aufbewahrt.

Ambrosius (* 339 (?) in Trier in Rheinland-Pfalz, † 4. April (?) 397 in Mailand) war Bischof von Mailand und einer der vier westlichen Kirchenväter.

Aus »unser Münster«, Ausgabe 2-2001

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Aktuelles zum Jubiläum:

Die Stadt freut sich, wenn im Juni viele bereit sind, mitzumachen und damit Farbe ins Fest zu bringen. Dazu gehören z. B. auch die kirchlichen und städtischen Kindergärten. Einige darunter sind bereits dabei, ihre Rollen für den 20. und 22. Juni vorzubereiten.

Zum Stadtpatrozinium wird ein umfangreiches Sonderheft des Münsterbauvereins Breisach e.V. erscheinen. Darin befassen sich namhafte Autoren mit dem Thema »Reliquienverehrung« im weiteren Sinn. Sie arbeiten derzeit mit großem Fleiß an dem Heft.

Karl-Anton Hanagarth und Peter Braun haben den Text für ein szenisches Spiel verfasst.

Zusammen mit den Festspielen und anderen Mitwirkenden wird am 20. Juni in der inszenierten Darstellung der geschichtliche Hintergrund der Ankunft der Reliquien auf einem Boot mit dem Erzbischof Reinald von Dassel am Rheinufer  eindrucksvoll beschrieben.

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